Dorfgeschichte von Neufahrn
Etwa 3 km westlich von
Egling befindet sich auf einer kleinen Anhöhe die Ortschaft Neufahrn, die auf
eine lange Vergangenheit zurückblicken kann. Das älteste Zeugnis einer frühen
Besiedlung ist die südwestlich vom Ortskern gelegene, noch gut erhaltene und
dadurch auch für jeden erkennbare Keltenschanze. Erstmals schriftlich wird
Neufahrn im Jahre 1140 genannt, als ein Ulfin von Neufahrn als Zeuge bei einem
Gerichtsstreit in Tegernsee auftritt. In dieser Zeit wurden in Neufahrn, wo
auch die Grafen von Andechs Güter hatten, Schrannen bzw. Getreidemärkte
abgehalten. Etwa um 1400 wurde unsere heutige Kirche, St. Johannes der Täufer,
an den bereits bestehenden Römerturm angebaut. Ein Wandgemälde aus dieser Zeit
ist heute noch erhalten. Nachdem im Jahr 1818 die selbständige Gemeinde
Neufahrn gebildet wurde, bekam der Ort bereits 1823 eine eigene Volksschule, in
der auch die Kinder aus den Nachbarorten Ergertshausen und Puppling
unterrichtet wurden. Einer der Lehrer dieser Schule war Josef Vogel – der
Gründer der bayerischen Trachtenvereine. Er unterrichtete an unserer Schule 3
Jahre, bis er 1879 zum Schuldienst nach Bayrischzell berufen wurde.
In den Jahren nach 1930
wurde Neufahrn von einer großen Brandserie heimgesucht. Ein Brandstifter
versetzte 9 Anwesen und 4 Feldstadl in Schutt und Asche. Jener Brandstifter
konnte nie ermittelt werden.
1973 löste sich die
selbständige Gemeinde Neufahrn auf und schloss sich der Großgemeinde Egling an.
In dieser Zeit wurde Neufahrn durch die Gastwirtschaft „Voglbauer“ weit über
die Grenzen der Gemeinde bekannt. Im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner
werden“ gewann Neufahrn 1991 die höchste Auszeichnung – eine Goldplakette.
Der Ortsteil Veiglberg liegt
im Osten von Neufahrn und besteht aus 3 Anwesen.
Der Name Veiglberg leitet
sich vom früheren Veilchenberg ab.
  
Dies ist ein ca. 25 m hoher Moränenhügel,
der sich im Frühjahr mit einem üppigen Veilchenbewuchs zeigte.
Heute stehen auf dem Gipfel
zwei Linden, in dessen Schatten sich ein schlichtes Feldkreuz der Familie
Schmid „zum Reida“ befindet.
Der 1935 gegründete
Gebirgstrachtenerhaltungsverein trägt als Vereinsnamen „Veiglbergler Neufahrn“
der auch noch heute als Motiv auf dem Hosenträgersteg der Männer zu finden
ist.
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